7 Mai 2010

Mare.de gewinnt erste Etappe beim Mini Pavois

Posted by Joerg

Als ich erfahren habe, wie das Wetter beziehungsweise der Wind während der ersten Etappe des Mini Pavois werden sollte, war mir doch schon etwas mulmig, waren es doch die Bedingungen die mir beim Transat letztes Jahr den Hals umgedreht haben. Aber ich dachte, nach außen hin immer schön cool sein, sonst fängt mein Preparateur/Trainer Charles auch noch an sich sorgen zu machen und denkt das seine Trainingsmethoden versagt haben.

Der Start lief auch super, dank meiner Konkurrenten die mittlerweile genau so schlecht starten wie ich. Das brachte mir den ersten Platz an der Luvtonne ein. Nachdem ich der erste war der bei guten 6-7 Windstärken den Code 5 setzte, dachte ich das wars, jetzt nur cool bleiben und den Vorsprung weiter ausbauen. Nach 20 Minuten Code 5 hatte ich auch schon eine halbe Meile Vorsprung auf die Konkurrenz. Als „Mare.de“ denn spektakular aus dem Ruder lief ,machte ich mir auch keine allzu große Sorgen, wunderte mich aber, dass sich die Pinne etwas lasch anfühlte. Zu meinem großen Entsetzten musste ich feststellen das sich die Carbonverbindung zwischen Pinne und Ruderblatt von der Pinne gelöst hatte. Optimist der ich bin, dachte ich das ich das alles noch mit dem gesetzten Code 5 reparieren könnte – war aber keine gute Idee. Also Code 5 bergen, das Boot gerade halten und mit dem Luvruder steuern. Nach fünf Minuten war alles repariert und mit einem Lashing gesichert und nach weiteren drei Minuten Probe setzte ich wieder den Code 5, um nicht zu viel Distanz auf den ersten Platz zu verlieren. Außerdem dachte ich, dass es besser ist weiter vorne zu sein, wenn noch was bricht. Das würde ein besseres Polster zum reparieren geben

Die Bedingungen in der Biskaya waren wild – gute 7 Windstärken und eine sehr kurze und steile Welle, ließen das Rennen zu einem wilden Rodeo Ritt werden, der seinen Tribut in Form eines gebrochen Gennakerfall Blocks und eines Zahns des Skippers – also meinen Zahn – zollen sollte.
Das Gute war, das ich mir den betreffenden Zahn schon 1992 im Laser bei der Kieler Woche ausgeschlagen habe, und dass das Implantat ein Qualitätsprodukt zu sein scheint, das den harten Kontakt Zahn/Deck ein wenig wackelig aber heil überstanden hat.

Am Morgen des zweiten Tages zahlte sich denn auch mein etwas nördlicherer Kurs gegenüber meines ärgsten Konkurrenten Nicolas Boidevezi aus und ich konnte die Führung übernehmen und mit guten 35 Minuten Vorsprung gewinnen – nicht viel aber eine gute Ausgangslage.

Erstaunlich ist, wie brutal Minis bei diesen Bedingungen zu segeln sind. Im Endeffekt segeln sie mehr unter als über Wasser, was für 2 Stunden ganz cool ist, wenn man allerdings 10 Stunden in dieser Dauerdusche sitzt und klatschnaß ist und anfängt zu frieren ist es weniger toll. Nach einem Tag im Hotel denkt man aber schon wieder Mensch war das eine toller Regatta. Ich denke der Hang zum Vergessen hilft enorm ein guter Mini Segler zu sein – ist allerdings in anderen Lebenslagen wieder eher hinderlich…

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