22
Jun
2010
Posted by Joerg. 2 Comments
Dieser Juni ist für das Mare Racingteam der Beginn eines neuen Kapitels – unser Einstieg in die Class 40. Parallel zu den beiden Mini Regatten Trophee MAP und Mini Fastnet hatten wir in Dounarnez unseren neuen Class 40 für die erste Regatta den Record SNSM vorbereitet.
Diese Regatta hatte ich mit Spannung erwartet, da wir für uns Neuland betreten. Zudem auf einem Boot, welches ich noch nicht richtig kenne. Unser Pluspunkt war, dass wir eine gute Crew für diese Regatta zusammengestellt hatten– allesamt Top Mini Segler.
Nach dem anstrengenden Mini Fastnet ging es denn für uns nach St. Nazaire zum Start des SNSM. Glücklicherweise war für die 230 Meilen Regatta nur Mittelwind zwischen 3 – 4 Windstärken vorausgesagt, denn die erste Regatta mit einem nagelneuen Boot gleich bei 6 bis 7 Windstärken zu segeln wäre nicht so schön gewesen.
Nach einem schwer vermasselten Start fanden wir uns auf der Kreuz zur Wendemarke bei Bernodet schnell in der Spitzengruppe wieder und kämpften mit zwei Verdier Designs (den zur Zeit schnellsten Class 40 Design) und dem Rogers Design – mit welchem Bernard Stamm die Route du Rhum segeln wird – um die Podiumsplätze. Mit einem Hochgefühl für uns und dem Wissen das Mare.de² am Wind sehr schnell ist, verging der erste Nachmittag der Regatta.
Leider ist die Welt aber nicht perfekt, der Wind nahm ab – unser Bootsspeed im Vergleich zur Konkurrenz auch und wir taten uns sehr schwer, als der Wind die Kreuz zu einem Reachkurs werden lies, das richtige Segel zu finden. Zwei Fehlgriffe in der Segelwahl und einen geöffneten Propeller später fanden wir uns zur Halbzeit der Regatta an der Wendemarke vor Bernodet auf dem 8 .Platz von 9 Startern wieder.
Das war nun doch sehr frustrierend und kratzte am Selbstbewusstsein und konnte so auf keinem Fall bleiben, irgendwie kamen Parallelen zum Mini Fastnet hoch nur das es hier keinen taktischen Spielraum gab, also musste Bootsspeed alles richten. Mit geschlossenen Propeller und der meist richtigen Segelwahl präsentierte sich Mare.de² erheblich besser. Nach und nach überholten wir das ganze Feld bis nur noch die ersten Drei nach waren. Hier kamen wir aber nicht mehr heran. Wäre auch etwas vermessen gewesen zu glauben die Top Boote und Crews der Class 40 auf Anhieb zu schlagen. Aber immerhin waren wir auf dem Weg zurück von Bernodet ins Ziel das schnellste Boot!
Insofern, alles in allem ein sehr gelungenes Debut für uns in der Class 40. Platz 4 von 9 Startern bei der ersten Regatta, gegen eine sehr gute Konkurrenz geht völlig in Ordnung. Allerdings ist die Arbeit die auf uns in den nächsten Monaten zukommt immens….
8
Jun
2010
Posted by Joerg. 2 Comments
Endlich, endlich zahlt sich die harte Arbeit, das Training aus: Nach meinem zweiten Platz beim Pornichet Select und dem Sieg beim Mini Pavois bin ich super motiviert zur Trophee MAP gefahren, war allerdings der Meinung, dass es schwer werden würde auf dem Podium zu landen bei der starken Konkurrenz und den kaum zu berechnenden Leichtwindbedingungen.
Es kam wie erwartet; die Bucht von Douarnanez präsentierte sich wieder von ihrer komplizierten Seite und der Wind hatte mehr Löcher als ein Schweizer Käse. Mir war schnell klar, dass das Ziel sein musste bis zur Raz du Seine „am Leben zu bleiben“, dann würde sich der Rest schon gut zurechtlaufen für das Rennen.
Ich kam denn auch als drittes Boot an der Raz du Seine an, musste aber zu meinem Schrecken feststellen, dass der Strom mittlerweile gegen mich lief und der Wind mehr und mehr nachließ – eine wirklich schlechte Kombination. Zumal der Strom hier sehr stark ist – wie ein Gebirgsbach im Ozean.
Ich betete, dass mir der Wind noch ein wenig erhalten bleiben würde – Petrus muss ein Fan von Mare sein, denn ich behielt bis zum nächsten Kap bei Penmark gute 2 bis 3 Windstärken. Keine 100 Meter hinter schlug die Tür gnadenlos zu, alles wurde von der Raz du Seine wie von einem „schwarzen Loch“ verschluckt und die nächsten 4 Stunden nicht mehr freigelassen.
Mit mir hatten nur Guillaume Le Brec und Romain Bouchet die Raz du Seine überlebt. Von hier an war klar – das Podium ist mir sicher.
Jetzt ging es nur noch darum. wie die Plätze verteilt werden würden. Ein harter Dreikampf zwischen uns dreien entbrannte, im Laufe dessen ich mich Stück für Stück von den anderen beiden absetzten konnte.
Erst kurz vor Ende des Rennens – in der Bucht von Audierne – gelang es mir, den anderen davonzusegeln und das Rennen mit gut einer Stunde Vorsprung zu gewinnen.
Das zweite Sieg in Folge ist schon etwas Besonderes, zumal ich ein Rennen bei Starkwind und eines bei sehr leichten Wind gewonnen habe, dass ist extrem motivierend für die Zukunft – das Mini
Fastnet, die Azoren Regatta und nicht zuletzt für die Route du Rhum, die wir mit dem brandneuen Class 40 „Mare.de²“ bestreiten werden.
Das Training hierfür beginnt diese Woche und die erste Regatta wird Ende Juni der Record SNSM werden gegen 8 andere Class 40, von denen zwei zum engen Favoritenkreis der Route du Rhum gehören.”
7
Mai
2010
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Als ich erfahren habe, wie das Wetter beziehungsweise der Wind während der ersten Etappe des Mini Pavois werden sollte, war mir doch schon etwas mulmig, waren es doch die Bedingungen die mir beim Transat letztes Jahr den Hals umgedreht haben. Aber ich dachte, nach außen hin immer schön cool sein, sonst fängt mein Preparateur/Trainer Charles auch noch an sich sorgen zu machen und denkt das seine Trainingsmethoden versagt haben.
Der Start lief auch super, dank meiner Konkurrenten die mittlerweile genau so schlecht starten wie ich. Das brachte mir den ersten Platz an der Luvtonne ein. Nachdem ich der erste war der bei guten 6-7 Windstärken den Code 5 setzte, dachte ich das wars, jetzt nur cool bleiben und den Vorsprung weiter ausbauen. Nach 20 Minuten Code 5 hatte ich auch schon eine halbe Meile Vorsprung auf die Konkurrenz. Als „Mare.de“ denn spektakular aus dem Ruder lief ,machte ich mir auch keine allzu große Sorgen, wunderte mich aber, dass sich die Pinne etwas lasch anfühlte. Zu meinem großen Entsetzten musste ich feststellen das sich die Carbonverbindung zwischen Pinne und Ruderblatt von der Pinne gelöst hatte. Optimist der ich bin, dachte ich das ich das alles noch mit dem gesetzten Code 5 reparieren könnte – war aber keine gute Idee. Also Code 5 bergen, das Boot gerade halten und mit dem Luvruder steuern. Nach fünf Minuten war alles repariert und mit einem Lashing gesichert und nach weiteren drei Minuten Probe setzte ich wieder den Code 5, um nicht zu viel Distanz auf den ersten Platz zu verlieren. Außerdem dachte ich, dass es besser ist weiter vorne zu sein, wenn noch was bricht. Das würde ein besseres Polster zum reparieren geben
Die Bedingungen in der Biskaya waren wild – gute 7 Windstärken und eine sehr kurze und steile Welle, ließen das Rennen zu einem wilden Rodeo Ritt werden, der seinen Tribut in Form eines gebrochen Gennakerfall Blocks und eines Zahns des Skippers – also meinen Zahn – zollen sollte.
Das Gute war, das ich mir den betreffenden Zahn schon 1992 im Laser bei der Kieler Woche ausgeschlagen habe, und dass das Implantat ein Qualitätsprodukt zu sein scheint, das den harten Kontakt Zahn/Deck ein wenig wackelig aber heil überstanden hat.
Am Morgen des zweiten Tages zahlte sich denn auch mein etwas nördlicherer Kurs gegenüber meines ärgsten Konkurrenten Nicolas Boidevezi aus und ich konnte die Führung übernehmen und mit guten 35 Minuten Vorsprung gewinnen – nicht viel aber eine gute Ausgangslage.
Erstaunlich ist, wie brutal Minis bei diesen Bedingungen zu segeln sind. Im Endeffekt segeln sie mehr unter als über Wasser, was für 2 Stunden ganz cool ist, wenn man allerdings 10 Stunden in dieser Dauerdusche sitzt und klatschnaß ist und anfängt zu frieren ist es weniger toll. Nach einem Tag im Hotel denkt man aber schon wieder Mensch war das eine toller Regatta. Ich denke der Hang zum Vergessen hilft enorm ein guter Mini Segler zu sein – ist allerdings in anderen Lebenslagen wieder eher hinderlich…
29
Apr
2010
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Die erste Regatta eines Jahres ist immer ein wichtiger Gradmesser – vor allem, wenn alle Favoriten mit am Start sind. Hier werden alle Fragen beantwortet: Sind z.B. die Modifikationen, die im Winter gemacht wurden die richtigen gewesen und war das Trainingsprogramm optimal?
Im Training hatten wir immer zwischen 5 und 7 Windstärken, während der Regatta waren es zwischen 2 und 4 Windstärken. Insofern war es zu Beginn etwas schwierig für mich den richtigen Trimm und Speed zu finden. Ich hielt mich allerdings beständig in der Spitzengruppe der ersten 5 Boote. In der Ersten Nacht nahm der Wind denn etwas zu und auf einem Reachgang zwischen der Belle Ile und der Ile de Yeu konnte ich die Erfahrungen, die wir im Training gemacht haben ausspielen und als erste den Gennaker setzten und später den Code 5. Hinter der Ile de Yeu war ich dann auch schon wieder Dritter und konnte zwischen Yeu und der südlichsten Wendemarke vor Les Sables d´Olonne mich auf den 2. Platz vorschieben.
Auf dem Weg zur nördlichsten Wendemarke, der Ile de Groix, konnte ich meinen Vorsprung auf die Verfolgergruppe auf 4 Stunden ausbauen. Was man allerdings relativieren muss, denn bei leichten Wind und sehr viel Strömung können kleine oder mittlere Vorsprünge in enormen Vorteilen enden. Der spätere Gewinner Sebastian Rogues war auf Höhe von Quiberon lediglich 3 Meilen vor mir. Diesen
Vorsprung hat er am Ende auf 15 Meilen ausgebaut!
Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit dem 2. Platz bei der ersten Regatta, da ich weiß, dass unsere Mare.de immer noch einer der schnellsten Minis ist und dass die Modifikationen, die wir vorgenommen haben, richtig waren. Und vor allen Dingen, dass ich eine gute Regatta gesegelt habe.
In 5 Tagen startet jetzt die nächste Regatta, das Mini Pavois über 800 Meilen, höchstwahrscheinlich mit mehr Wind als das Pornichet Select. Es wird interessant zu sehen, wie sich Mare.de dort schlagen wird
30
Mrz
2010
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Training in der Bretagne im Frühjahr ist oft ein Geduldsspiel, wie ich leider feststellen musste. Da erstellt man tolle Trainingspläne mit seinem Trainer, installiert einen hochmodernen Datalogger, um auch wirklich top vorbereitet in die ersten Regatten des Jahres zu gehen, und dann schlägt Petrus mit gnadenloser Härte zu.
Fast die Hälfte aller Trainingstage waren nicht segelbar, jedenfalls wenn einem sein Mini lieb und teuer ist. Die andere Hälfte der Trainingstage kann man als grenzwertig ansehen. Mittlerweile habe ich mehr oder weniger vergessen wie ein Großsegel ohne Reff aussieht. Aber glücklicherweise haben wir ja noch die alten Segel der 711 (die Carbo Mare Ausschussware), die auch in die Kategorie der produzierten Irrtümer gehören, aber super für Training bei 6 Windstärken sind. Bei ständigen 6 Windstärken macht es ja keinen Sinn, die guten Segel zu verheizen.
Das Gute bei diesen „Starkwindtraining“ im Mini ist, dass einem Fehler sofort klargemacht werden, da ist unsere Mare.de gnadenlos. Kleiner Steuerfehler bei der Halse – zack liegt das Boot flach auf dem Wasser. Zu lange gebraucht, um das Boot zu wenden nachdem man den Kiel nach Lee geschwenkt hat – das sagt unsere Mare.de wende ohne mich und verweigert prompt den Wechsel von Backbordbug auf Steuerbordbug oder umgekehrt oder bleibt auch mal gerne im Wind stehen. Da helfen dann wieder die alten Laser Tricks mit der guten alten Rückwärtswende, nicht schön aber effektiv wenn nichts anderes mehr geht.
Aber die Lehrkurve ist ungemein steil. An den Tagen, an denen denn mal nur 4- oder 5 Windstärken auf dem Menü stehen, fallen alle Manöver ungemein leicht.
Insofern bin ich trotz der relativ wenigen Trainingstage sicher, gut vorbereitet in die ersten Regatten des Jahres zu gehen.
Und nach zwei Tagen Training im Class 40 waren wir erstaunt, wie leicht diese Boote im Vergleich zum Mini zu segeln sind – 6 Windstärken unter Spinnaker sind ein Kinderspiel, die gleichen Bedingungen im Mini ähneln schon mehr dem Finale der Serie „Fear Factor“.
Meiner Ansicht nach gehören die Mini Protos zu den anspruchsvollsten Booten, die ich bisher gesegelt bin und zu den spannendsten.
18
Jan
2010
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Nach gut zwei Monaten Arbeit sind wir mit dem Refit unserer Mare.de fast fertig. Das Hauptaugenmerk haben wir darauf gelegt das Boot zuverlässiger zu machen und natürlich ein klein wenig schneller. In zwei Wochen wird Mare.de das erste mal nach meinem ärgerlichen Ausscheiden beim Transat wieder segeln.
Ich bin sehr gespannt, wie sich die Änderungen die wir vorgenommen haben bewähren werden und ich freue mich endlich wieder segeln zu können.
Nach den ersten Tests und der Einstellung der Elektronik werden wir dann ab Mitte Februar mit dem eigentlichen Training anfangen. Speedtests – Manövertraining und Segeltests stehen auf dem Programm.
Es ist nun meine dritte Saison im Mini. Es ist schon komisches Gefühl auf einmal einer der erfahrensten Minisegler zu sein, nachdem viele meiner Konkurrenten der letzten zwei Jahre in die Class 40 oder in die Figaro umgestiegen sind. Aber ich finde, dass mir ein paar Jahre im Mini noch ganz tun werden.
2
Dez
2009
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Unsere “Mare.de” ist ja etwas angeschlagen, aber zum Glück im doch recht guten Zustand Mitte Oktober wieder in ihrer Wahlheimat Frankreich angekommen. Nun sind wir dabei sie in Bouaye auf die Saison 2010 vorzubereiten. Wir, das sind mein Preparateur Charles und ich. Bouaye ist ungefähr doppelt so groß wie Marais – wo “mare.de” das Licht der Welt erblickt hat – macht also knapp 250 Einwohner.
Die Werft ist ähnlich wie die von Etienne Bertrand in Marais, wieder eine Art Garage. Aber Garagen und Minis gehören irgendwie zusammen.
Außer den Reparaturen der Schäden, die während des Transats entstanden sind, werden wir noch einiges am Deckslayout ändern. Um einerseits die Handhabung zu vereinfachen und andererseits auch noch ein wenig Gewicht zu sparen – immer superwichtig im Mini.
Am Boot selbst werden wir nichts ändern – wir hatten kurzfristig überlegt, ob wir ein Wasserballastsystem einbauen. Diese Idee haben wir aber recht schnell wieder auf Eis gelegt, da wir denken das es jetzt besser ist möglichst viel zu trainieren und viel mit der Elektronik zu arbeiten.
Ich hatte in der Saison 2009 eigentlich nie das Gefühl, dass “mare.de” ein Speedproblem hat. Ich glaube viel mehr, dass das Boot noch einiges an unausgenutztem Potential hat.
Mitte Januar werden wir mit dem Refit des Bootes fertig sein und Ende Januar geht denn endlich wieder das Training los!
Genug Zeit, um bis zur ersten Regatta – die Mitte April startet – gut in Form zu kommen.
24
Sep
2009
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Eine Regatta aufgeben zu müssen, ist immer eine traurige Angelegenheit. Bei der wichtigsten Regatta einer Kampagne auszuscheiden ist eine einschneidende Erfahrung – eine emotionale Achterbahnfahrt ein Wechsel aus Wut, Frustration, Trauer und dem Gefühl alle enttäuscht zu haben und immer wieder die Frage warum ich und welche Fehler habe ich gemacht. Die Frage nach dem Fehler ist natürlich quatsch, wenn man mit Treibgut kollidiert und sich den Kiel und die Kielaufhängung beschädigt. Unweigerlich fällt man jedoch in ein tiefes schwarzes Loch nach der Aufgabe.
Auch vor dem Ausscheiden lief die erste Etappe des Transats alles andere als glatt. Nach einem sehr guten Start und Platz 3 am Anfang der ersten Nacht, sah alles sehr sehr vielversprechend aus. Das Drama zeichnete sich jedoch schon ab, denn der Autopilot funktionierte wieder einmal nicht richtig. Bei einem Spiwechsel in der ersten Nacht kam der erste Nackenschlag. Das Boot schlug beim bergen des Spis quer und endete flach auf dem Wasser liegend. Es dauerte gut eine Stunde bis das ganze Chaos beseitigt war. Danach versuchte ich mit dem Code 5 verlorenen Boden wieder gut zu machen, was auch gut funktionierte bis der Stopper des trimmbaren Wasserstags brach, wieder Chaos wieder gut eine Stunde aufräumen. Beim ersten Morgenlicht checkte ich alles durch und segelte wieder unter Spi und versuchte so wieder Anschluss an die Spitze zu bekommen. Als ich später auf den Code 5 wechselte kollabierte die Spibaumaufhängung (war wohl bei dem Knockdown der ersten Nacht beschädigt worden) Die Reparatur verschlang gut 2,5 Stunden, die ich wieder nur mit Groß und Genua absolvieren musste mit einem Autopiloten der immer schlechter funktionierte. Als alles repariert war ging es mit Code 5 und gerefften Groß weiter bei mittlerweile 7 Windstärken mit Topspeeds von bis zu 20 Knoten. Bei Einbruch der 2. Nacht wurde mir das alles ein wenig zu heftig, vor allem vor dem Hintergrund, dass der Autopilot mittlerweile so gut wie gar nicht mehr funktionierte und die Wellen ein wenig brutal wurden. Also barg ich den Code 5 und segelte unter Genua weiter. Trotz all der Problem war ich am nächsten Morgen – nach ein wenig Schlaf in der Nacht – guter Dinge noch einigermaßen dabeizusein und den Schaden was das Ergebnis betriff,t so im Rahmen zu halten, dass ich bei der zweiten Etappe weiterhin die Chance hätte auf das Poduim zu segeln. Zumal ich es geschafft hatte, den Autopiloten zu reparieren, so dass er 80%ig funktionierte. Mein Rückstand auf Platz 1 betrug nur ca. 50 Meilen, das war noch in Schlagdistanz und ich war strategisch gut positioniert.
Dann der Schlag gegen den Kiel und ein knirschendes Geräusch, der Schlag war nicht sehr hart und das Knirschen eigentlich nicht unbedingt beunruhigend bei den brutalen Bedingungen. Als ich Minuten später herunterging, um das Boot zu checken sah ich dass die Leeseite des Kielkastens gebrochen war und Wasser ungehindert in das Boot eindrang. Mir war sofort klar, dass dieser Schaden final ist. Innerhalb von Minuten stand das Wasser 30 cm hoch und ruinierte die gesamte Elektronik.
Ich rief per Funk ein Begleitboot und berichtete von den Problemen, sie wollten mich wegen der herrschenden Bedingungen zur Aufgabe des Bootes bewegen, was ich verweigerte. Nach 5 Monaten die ich am Boot mitgebaut habe und einer Saison segelns war mir das Boot ans Herz gewachsen – NEIN – ich würden unsere Mare.de nicht so einfach aufgeben und sich selbst überlassen. Ich bat das Begleitboot auf Stand-by zu bleiben. Falls die Kielaufhängung komplett kollabieren sollte könnten sie mich ja immer noch retten.
So segelte ich mit dem vollgelaufenen Boot nach La Coruna, im Hinterkopf immer noch die Hoffnung in den erlaubten drei Tagen alles zu reparieren und so noch in der Wertung zu bleiben. Die Inspektion des Kiel am nächsten Morgen zerstörte jedoch diese Hoffnung zu groß waren die Schäden am Kiel.
Was bleibt ist eine totale Leere, aber irgendwie muss das Leben ja weiter gehen. Zum Glück darf ich weiter segeln und so in der nächsten Saison zeigen was in unserer „Mare.de“ steckt. Und die Lehren aus diesem 2 ½ Tagen Transat ziehen – aus den Fehlern die gemacht wurden lernen und das Boot verbessern.
Kampagnen wie diese sind immer ein fortwährender Lernprozess und ich finde wir haben uns in den letzten 2 Jahren unglaublich gesteigert. Wir liegen auf Platz drei der Mini Jahreswertung, wir waren bei jeder Regatta vorne dabei und waren das erste deutsche Mini Team, welches in der Classe Mini den Franzosen paroli bieten konnte und haben eine große Regatta gewonnen (als erster deutscher Mini!), dass ist schon nicht so ganz schlecht.
An dieser Stelle will ich mich nochmals ganz herzlich bei meinem Sponsor Nikolaus Gelpke und dem gesamten Team bei Mare bedanken, diese Kampagne ermöglicht zu haben. Es ist für mich jetzt eine persönlich Verpflichtung nächstes Jahr möglichst viele Erfolge einzufahren, um mich für dieses Vertrauen zu bedanken!!
30
Aug
2009
Posted by Joerg. 2 Comments
Nur noch wenige Tage bis zum Transat. Der Regatta schlechthin. Mein Ziel der vergangenen zwei Jahre. Ich bin nervös, aber ein wenig Aufregung ist ja auch normal. Auf Lorbeeren wie dem Gewinn des Transcasgognes kann ich mich nicht ausruhen. Die Karten werden wieder neu gemischt, da das Transat eine taktisch sehr anspruchsvolle Regatta ist. Aber ich bin mir sicher, einen guten Platz unter den ersten fünf zu ersegeln – sofern das Boot hält und mich die Technik nicht im Stich lässt. So aufgeregt ich sein mag, ich freue mich auch total auf diese Atlantiküberquerung. 4200 Seemeilen liegen vor mir. Langweilig wird es nicht werden, dafür ist die Regatta zu anstregend und die Konkurrenz zu hart ein Stück des Weges werden mich Delphine und auch Wale begleiten – die ja meistens Glück bringen. Manchmal braucht man halt Unterstützung, um stets Topleistung abrufen zu können. Und ich weiß, dass mich auch in der Ferne Menschen begleiten. Wie mein Sponsor Mare. Ohne ihn wäre ich jetzt nicht hier, niemals wäre ich einer der Favoriten dieser Regatta. Danke Nikolaus! Ich werde mein Bestes geben, will ganz nach vorn segeln und hoffe, dass das Transat der Anfang einer langen Erfolgsgeschichte sein wird. Drückt mir die Daumen. Bis in Brasilien

13
Aug
2009
Posted by Joerg. 1 Comment
Was lange währt, wir endlich belohnt: Wie der erste Sieg unserer Mare.de. Besonders erfreulich ist das damit verbundene Omen, welches besagt, dass der Sieger des Transgascogne auch das Transat
gewinnen wird. So geschhehen bei den vergangen drei Rennen…
Das Transgascogne hat den Ruf, eine harte Regatta zu sein und diesem wurde sie auch 2009 wieder gerecht. Die Etappe nach Spanien war nass, windig und ungemütlich. Nach 2 Tagen Kreuz bei 6- 7 Windstärken Dauerregen und leicht chaotischen Wellen fragt man sich, ob Minis wirklich geeignete Boote sind, die Biskaya zu überqueren? Am Ende der ersten Etappe gabs denn zum Glück nochmal 10 Stunden super Bedingungen unter Spi mit Surfs bis zu 12 Knoten.
Vor dem Ziel wurde es nochmal richtig spannend, als ich mir mit Fabien Desprès ein Halsenduell um Platz 2 lieferte, welches ich am Ende für mich entscheiden konnte. Ich war also Zweiter mit nur 30 min Rückstand zu Nicolas Boidevezi auf GDE einem fast Schwesterschiff unsere Mare.de.
30 Minuten – das ist machbar…
Die Strategie für die zweite Etappe war klar – ein guter Start, um von Anfang an Fabien und Nicolas zu kontrolieren und ein wachsames Auge auf Bertrand Delesne haben. Denn mit seinem sehr schnellen Manuard Design könnter auch er, trotz seines Rückstandes von 2 Stunden, nochmal eine Gefahr werden.
Am Ende lief dann alles perfekt Bertrand hat die zweite Etappe gewonnen, ich wurde Zweiter mit einem Rückstand von 45 Minuten und weit vor Nicolas und Fabien.
Somit hatte ich meinen ersten großen Sieg in der Classe Mini in der Tasche.
Und das Omen? Ach, ich versuche das Rennen locker anzugehen und mich nicht davon unter Druck setzen lassen.
